Antworten auf Fragen zur SiGe-Koordination

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Fragen und Anworten zur SiGe-Koordination

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Welche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bietet die BfGA für SiGe-Koordinatoren an?

Arbeitsschutz-Akademie

Wer ist Adressat der BaustellV?

Die BaustellV richtet sich in erster Linie an den Bauherren als Veranlasser des Bauvorhabens. Er trägt die Gesamtverantwortung für das Bauvorhaben und hat die umfassende Fürsorgepflicht für die Organisation des Bauprozesses.

Für welche Bauvorhaben gilt die BaustellV?

Die BaustellV gilt für alle Bauvorhaben, bei denen eine oder mehrere bauliche Anlagen errichtet, geändert oder abgebrochen werden.

Welche Maßnahmen hat der Bauherr nach BaustellV zu treffen?

  • Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzes
  • Vorankündigung der Baumaßnahme bei der zuständigen Behörde
  • Bestellung eines Koordinators
  • Erstellung eines SiGe-Plans
  • Zusammenstellen einer Unterlage für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage

Was ist unter „geeigneter Koordinator“ zu verstehen?

Der Begriff „geeigneter Koordinator“ und die ihm je nach Art und Umfang des Bauvorhabens abzuverlangenden Kenntnisse und Erfahrungen werden in der RAB 30 konkretisiert.

„Geeigneter Koordinator“ im Sinne der BaustellV ist, wer über ausreichende und einschlägige

  • baufachliche Kenntnisse
  • arbeitsschutzfachliche Kenntnisse
  • Koordinatorenkenntnisse sowie
  • berufliche Erfahrung in der Planung und/oder der Ausführung von Bauvorhaben

verfügt, um die in § 3 Abs. 2 und 3 BaustellV genannten Aufgaben fachgerecht erledigen zu können.“

Gibt es eine Ausbildung zum Koordinator nach BaustellV?

Eine spezielle Ausbildung zum Koordinator nach BaustellV gibt es in Deutschland nicht.

Folgende Qualifikationen, Kenntnisse und Erfahrungen werden allerdings gefordert und sind nachzuweisen:

  • Baufachliche Berufsausbildung, in der Regel als Architekt, Ingenieur, Techniker, Meister oder geprüfter Polier
  • Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse die mindestens den Inhalten der Anlagen B zur RAB 30 entsprechen
  • Speziellen Koordinatorenkenntnisse die sich aus den Inhalten der Anlage C zur RAB 30 ergeben
  • Berufserfahrung von mindestens 2 Jahren in Planung und/oder Ausführung der entsprechenden Bauvorhaben

Welche Verantwortung hat der Bauherr bei der Bestellung von Koordinatoren?

Im Zusammenhang mit der Bestellung von Koordinatoren hat der Bauherr folgende Verpflichtungen

  • Rechtzeitige und sorgfältige Auswahl geeigneter fachkundiger Personen
  • Zuweisung ihrer Aufgaben
  • Schaffung der Voraussetzungen zur Erfüllung der Aufgaben
  • ggf. Übertragung von aufgabenspezifischen Befugnissen
  • regelmäßige Überwachung der Erfüllung der Koordinationsaufgabe

Handelt es sich bei der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination um eine Nebenleistung?

Die Koordination ist im Sinne der VOB immer eine besondere Leistung mit zu vereinbarendem Vergütungsanspruch.

Ist die Teilnahme an Fortbildungen vorgeschrieben?

Die Fort- und Weiterbildung der Koordinatoren nach Baustellenverordnung auf dem Gebiet arbeitsschutzfachlicher und spezieller Koordinatorenkenntnisse ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass sie ihre Aufgaben nach § 3 BaustellV in vollem Umfang erfüllen können. Einen gesetzlichen Zwang gibt es nicht.

Was sind besonders gefährliche Arbeiten im Sinne der BaustellV?

  1. Arbeiten, bei denen die Beschäftigten der Gefahr des Versinkens, des Verschüttetwerdens in Baugruben oder in Gräben mit einer Tiefe von mehr als 5 m oder des Absturzes aus einer Höhe von mehr als 7 m ausgesetzt sind
  2. Arbeiten, bei denen die Beschäftigten explosionsgefährlichen, hochentzündlichen, Krebserzeugenden (Kategorie 1 oder 2), erbgutverändernden, Fortpflanzungsgefährdenden oder sehr giftigen Stoffen und Zubereitungen im Sinne der Gefahrstoffverordnung oder biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppen 3 und 4 im Sinne der Richtlinie 90/679/EWG des Rates vom 26. November 1990 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (ABl. EG Nr. L 374 S. 1) ausgesetzt sind
  3. Arbeiten mit ionisierenden Strahlungen, die die Festlegung von Kontroll- oder Überwachungsbereichen im Sinne der Strahlenschutz- sowie im Sinne der Röntgenverordnung erfordern
  4. Arbeiten in einem geringeren Abstand als 5 m von Hochspannungsleitungen
  5. Arbeiten, bei denen die unmittelbare Gefahr des Ertrinkens besteht
  6. Brunnenbau, unterirdische Erdarbeiten und Tunnelbau
  7. Arbeiten mit Tauchgeräten
  8. Arbeiten in Druckluft
  9. Arbeiten, bei denen Sprengstoff oder Sprengschnüre eingesetzt werden
  10. Aufbau oder Abbau von Massivbauelementen mit mehr als 10 t Einzelgewicht

Wie lauten die allgemeinen Grundsätze nach § 4 ArbSchG?

  1. Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung gering gehalten wird.
  2. Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen.
  3. Bei den Maßnahmen sind der Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen.
  4. Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen.
  5. Individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu anderen Maßnahmen.
  6. Spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigungsgruppen sind zu berücksichtigen.
  7. Den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen.
  8. Mittelbar oder unmittelbar geschlechtsspezifisch wirkende Regelungen sind nur zulässig, wenn dies aus biologischen Gründen zwingend geboten ist.