Künstliche Mineralfasern - Definition

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Künstliche Mineralfasern (KMF)

Künstliche Mineralfasern (KMF) sind amorphe silikatische Fasern und werden unterteilt in Mineralwollfasern (Glas-, Stein-, Schlackenwolle), textile Glasfasern, Keramikfasern und Fasern für Spezialzwecke (Glas-Mikrofasern).

Aufgrund ihrer Eigenschaften können die Faserteilchen unterschiedliche Gefährdungen mit sich bringen, insbesondere dann, wenn die Fasern kritische Abmessungen aufweisen:

  • > 5 μm in der Länge,
  • < 3 μm im Durchmesser
  • und einem Verhältnis von Länge: Durchmesser von > 3 : 1.

Ähnlich wie Asbest wirken sie dann Krebs erzeugend und bei der Verarbeitung, der Entsorgung oder der Sanierung gelten besondere Vorschriften.

Die Einstufung von KMF (künstlichen Mineralfasern) erfolgt gem. TRGS 905 auf der Grundlage des Kanzerogenitätsindex (KI), der sich für die jeweils zu bewertenden Fasern aus der Differenz zwischen der Summe der Massengehalte der Oxide von Natrium, Kalium, Bor, Calcium, Magnesium, Barium und dem doppelten Massengehalt von Aluminiumoxid ergibt.

KI-Wert-Einstufungen:

  • KI-Wert ≤ 30: K2 – “Stoffe, die als Krebs erzeugend für den Menschen angesehen werden sollten”.
  • 30 < KI-Wert < 40: K3 – “Stoffe, die wegen möglicher Krebs erzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben”.
  • KI-Wert ≥ 40: keine Einstufung als Krebs erzeugend.

Der KI-Wert beschreibt die Beständigkeit einer Faser im Lungengewebe und wie schnell sie sich darin wieder abbauen kann. Diese Biobeständigkeit ist umso höher, je schlechter sich die Fasern in der Lungenflüssigkeit auflösen oder andere Reinigungsprozesse des Körpers wirksam werden können. Fasern mit einem KI über 40 werden dabei als gut abbaubar angesehen.

Man geht davon aus, dass je länger, dünner und biobeständiger eine Faser ist, desto stärker ist auch deren Krebs erzeugende Wirkung.